Bayerisches Staatsorchester

Das Bayerische Staatsorchester ist immer wieder als das musikalische Fundament der Bayerischen Staatsoper bezeichnet worden. Tatsächlich spielt es fast Abend für Abend im Orchestergraben, unterstützt die Sänger:innen auf der Bühne, erzählt eigene Geschichten mit Tönen, reagiert auf Unvorhergesehenes und spornt alle Darsteller:innen zu Höchstleistungen an. Und dann gibt es die Momente, bei denen das Ensemble selbst zum Solisten wird und das Nationaltheater verwandelt in „den vielleicht schönsten Konzertsaal der Welt“, wie ihn Wolfgang Sawallisch, einst langjähriger GMD der Staatsoper, einmal genannt hat. Dort spielt das Staatsorchester seine Akademiekonzerte genannten symphonischen Programme.


Als „Akademien“ wurden schon im 18. und 19. Jahrhundert (oft privat organisierte) Konzerte bezeichnet; Mozart zum Beispiel bot unter diesem Titel nicht nur in Wien seine auf eigenes Risiko veranstalteten Programme an. Der Münchner Verein „Musikalische Akademie e. V.“ wurde 1811 aus der Mitte der damaligen Hofkapelle gegründet; es war die erste symphonische Konzertreihe in dieser Stadt. Viele bedeutende Komponisten wie Johannes Brahms und Richard Strauss haben an ihr als Interpreten mitgewirkt. Seit über 200 Jahren werden diese Konzerte aus den Reihen des Orchesters heraus geplant und gehören zu den wesentlichen Säulen im musikalischen Angebot der Bayerischen Staatsoper.


Über diese Programme hinaus präsentieren sich kleinere Formationen des Orchesters in den Kammerkonzerten, zumeist in der akustisch ausgezeichneten Allerheiligen Hofkirche und zur Festspielzeit im prächtigen Rahmen des Cuvilliés-Theaters. Zum Konzertangebot gehören außerdem die jährliche Reihe der Themenkonzerte und Ereignisse wie das Freiluftkonzert Oper für alle.
Der neue bayerische GMD Vladimir Jurowski dirigiert in den von ihm geleiteten Akademiekonzerten Werke, die programmatisch mit den Opernpremieren verknüpft sind: ein Streifzug durch die bunte, freche, übersprudelnde Klangwelt des jungen Schostakowitsch, eine Hommage an den Pazifisten Benjamin Britten und seinen musikalischen Kosmos und eine Verneigung vor dem großen polnischen Komponisten Krzysztof Penderecki (mit dessen von Jakob Spahn interpretiertem zweiten Cellokonzert). An den übrigen Abenden kommen bedeutende Künstler:innen als Gäste ins Nationaltheater, beispielsweise Fabio Luisi mit Bruckners Zweiter und dem berückenden Violinkonzert von Max Bruch mit Nikolai Szeps-Znaider. Außerdem wird es gleich zwei kontrastreiche Abende mit russischer Musik geben – der eine dirigiert von Cristian Măcelaru, der andere von Michail Jurowski, beide mit dem unterschwelligen und unverändert aktuellen Thema des spannungsvollen Verhältnisses von Heimat und Exil.

gefördert durch

Julia Frohwitter
Botschafterin des
Bayerischen Staatsorchesters