Ja, Mai – Das neue Festival

Von der Spielzeit 2021/22 an rufen wir ein Festival ins Leben, das sich jedes Frühjahr frühem und zeitgenössischem Musiktheater widmet. Kerngedanke des neuen Festivals ist Zeitgenossenschaft, die Verortung von Musiktheater in der Gegenwart. Gleichzeitig spürt das Festival Verbindungen von zeitgenössischem Musiktheater zu anderen Genres und Kunstformen wie Sprechtheater, bildende Kunst und Tanz nach und bezieht sich zudem auf die Anfänge des Musiktheaters im ausgehenden 16. Jahrhundert, verknüpft gestern, heute und morgen miteinander. Die Anfänge der Oper treten in einen Dialog mit heutigen musiktheatralen Perspektiven.

Menschliche Extremsituationen stehen im Zentrum der ersten Ausgabe des Festivals Ja, Mai. Die zeitgenössischen Opern Bluthaus, Koma und Thomas von Georg Friedrich Haas und Händl Klaus werden kombiniert mit Werken Claudio Monteverdis. Die zwischen 2011 und 2016 entstandene Trilogie von Haas kreist um zutiefst existentielle Themen wie das Sterben, die Liebe, seelische Traumata und das Schweben zwischen Leben und Tod. Dem Komponisten gelingt es, mit seinem Musiktheater den Blick ins Innerste menschlichen Fühlens zu wenden, und so den Schmerz genauso wie die Zartheit emotionaler Verfasstheiten einfühlsam und gleichzeitig schonungslos erfahrbar zu machen. „Ich schreibe kein Theater der Grausamkeit. Ich schreibe ein Theater der Liebe.” Im Rahmen dieses Festivals geht die Bayerische Staatsoper mit ihr benachbarten Kunst- und Kulturinstitutionen einen Verband ein und arbeitet u. a. mit dem Residenztheater, den Münchner Kammerspielen, dem Münchner Volkstheater und dem Münchener Kammerorchester zusammen.