#divingintodiversity

Die Spielzeit 2021/22 der Bayerischen Staatsoper und vor allem ihre Neuproduktionen feiern den Menschen in seiner Suche in seinen Unterschieden, seinen Gegensätzen, aber auch in seinen Dialogen - „Jeder Mensch ein König.“

Die Bayerische Staatsoper nimmt gemeinsam mit 50 weiteren Kulturinstitutionen aus ganz Deutschland am Förderprogramm #creatorsfordiversity von TikTok teil, dessen Ziel es ist, neue Orte der Begegnung und interaktive Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit dem Thema Diversität und Kultur zu schaffen.

In diesem Zusammenhang wird sich das spartenübergreifende Programm Offstage 360 ab der kommenden Spielzeit mit dem vielschichtigen Thema Diversität auseinandersetzen. Die Anerkennung und Wertschätzung aller Menschen unabhängig von ihrer sozialen, ethnischen Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung, ihrem Lebensalter, ihrer physischen oder psychischen Fähigkeiten oder anderer Merkmale werden hier im Fokus stehen.

Serge Dorny, dem designierten Staatsintendant der Bayerischen Staatsoper, ist das Thema Diversität ein großes Anliegen: „Wir müssen den anderen willkommen heißen, das Anderssein verstehen, denn jeder Mensch hat seine einzigartige Bedeutung, seine Einzigartigkeit.  So können wir Missverständnisse und Konflikte überwinden. Wenn wir miteinander reden, nicht übereinander oder schlimmer noch, gegeneinander, können wir eine andere Zukunft gestalten. Kulturelle Diversität ist für mich die Offenheit für die Debatte, die ein außergewöhnliches Potenzial schaffen kann. Warum ist das so? Weil der andere anders ist als ich. „Mein Freund, du bereicherst mich mit deinen Gegensätzen.“, sagte Saint-Exupéry. Es ist für mich selbstverständlich, dass wir uns als Bayerische Staatsoper mit dem Thema Diversität auseinandersetzen.“

 

Wir haben bei unseren zukünftigen Kooperationspartner:innen nachgefragt, warum Diversität prinzipiell und im Kulturbetrieb im Besonderen in den nächsten Jahrzehnten so wichtig sein wird:

„Unsere Gesellschaft ist zunehmend von Diversität gekennzeichnet. Diese Realität muss sich auch im Kulturbereich widerspiegeln. Wenn möglichst viele Menschen sich und ihre Ideen einbringen, kann der Kulturbereich von ihrem kreativen Potenzial profitieren. Durch Partizipation und Teilhabe werden immer wieder neue Themen, Perspektiven und Menschen sichtbar und erlebbar und der Kulturbereich bleibt spannend, dynamisch und interaktiv.“

Friederike Junker (Geschäftsführerin von MORGEN, Netzwerk Münchner Migrantenorganisationen)

„Diversität im Programm und Personal auf und hinter der Bühne trägt dazu bei, dass unterschiedliche Perspektiven auf die Welt sichtbar werden, verschiedene Ideen zusammen kommen, aus denen etwas Neues, Gemeinsames entstehen kann. Diversität im Team ermöglicht Kontakte und Netzwerke in unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen und sorgt mittelfristig auch für ein vielfältigeres Publikum in den öffentlich geförderten (klassischen) Kultureinrichtungen.“

Birgit Mandel (Professorin für Kulturvermittlung und Kulturmanagement, Direktorin des Instituts für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim)

"Diversität ist ein Querschnittsthema, das unsere Gesellschaft und die Zukunft unseres Zusammenlebens mitgestaltet. Kulturbetriebe besitzen auch eine gesellschaftliche Funktion und deshalb ist eine Auseinandersetzung in den Institutionen ausschlaggebend. Hier geht es zum einen um eine Teilhabe der diversen Gesellschaft am öffentlich finanzierten Kulturleben und zum anderen um die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung mitzuwirken. Durch diverse Teams werden verschiedene Sichtweisen in den Prozess mit eingebracht, damit neue Lösungen und Innovationen hervorgebracht. Dies kann für Kulturbetriebe zukunftsgestaltend sein: Sowohl für die Zugänglichkeit, die Publikumsansprache, die künstlerischen Prozesse und auch für die Kulturvermittlung."

Isabel Berghofer-Thomas (Kreisjugendring München-Stadt)

„Diversität ist Realität – und es ist wichtig, dass diese Realität auch in allen Bereichen der Gesellschaft stattfindet. Es gibt so viele Talente, die noch nicht die Chance hatten, ihr Können zu zeigen und es wird höchste Zeit, dass sich das ändert, denn es ist genug Patz für alle da.“

Kemi Fatoba (DADDY und Jurymitglied #CreatorsForDiversity)

„Ich bin überzeugt davon, dass Kultur der Ort ist, an dem unser Verständnis von Gesellschaft ausgehandelt wird. Denn Kunst soll und muss als überinstitutionelles gesellschaftspolitisches Korrektiv der Öffentlichkeit einen Spiegel vorhalten. Dabei lautet die Kernfrage, wer darin gespiegelt wird – und allen Dingen wer nicht und warum nicht? Sich nicht im Spiegel der Kunst und Kultur sowie ihrer Strukturen wiederzufinden, bedeutet aber auch, nicht gesehen zu werden. Dann ist der Kulturbetrieb jedoch exkludierend. Sich das einzugestehen, ist für eine Kulturinstitution ein schmerzhafter Prozess.“

Deniz Elbir (Beauftragter für Diversität und Integration in Neuss am Rhein)